Avodah Zarah 138

Kapitel 138

א בבא להם דרך עקלתון אי הכי סיפא נמי כיון דאמר להם לכו ואני בא אחריכם סמכא דעתייהו:
1 Wenn er sie durch einen Umweg überraschen kann. – Im Schlußsatze ebenfalls!? – Wenn er zu ihnen ausdrücklich gesagt hat, daß sie vorangehen mögen, er komme nach, so haben sie sich daraufverlassen.
ב המניח עובד כוכבים בחנותו כו' המניח יינו בקרון או בספינה כו': וצריכא דאי תנא עובד כוכבים דסבר דלמא אתי וחזי ליה אבל בקרון או בספינה אימא דמפליג לה לספינתיה ועביד מאי דבעי
2 W<small>ENN JEMAND EINEN</small> N<small>ICHTJUDEN IM</small> L<small>ADEN ZURÜCKLÄSST</small> &amp;<small>C</small>. W<small>ENN JEMAND SEINEN</small> W<small>EIN AUF EINEN</small> W<small>AGEN ODER EIN</small> S<small>CHIFF LEGT</small> &amp;<small>C</small>. Und [alle Fälle] sind nötig. Würde er es nur vom [Zurücklassen eines] Nichtjuden gelehrt haben, [so könnte man glauben,] weil er denkt, jener kann kommen und ihn überraschen, [beim Niederlegen] auf einen Wagen oder auf ein Schiff aber reist er mit seinem Schiffe weiter und tut, was er will.
ג ואי תנא בקרון או בספינה משום דסבר דלמא אתי באורחא אחריתי וקאי אגודא וחזי לי אבל עובד כוכבים בחנותו אימא אחיד לה לבבא ועביד כל דבעי קמ"ל
3 Und würde er es nur [vom Niederlegen] auf einen Wagen oder ein Schiff gelehrt haben, [so könnte man glauben,] weil er denkt, jener kann über einen anderen Weg kommen oder am Ufer stehen und ihn beobachten, wenn man aber einen Nichtjuden im Laden zurückläßt, so schließt er die Tür ab und tut, was er will, so lehrt er uns.
ד אמר רבה בר בר חנה א"ר יוחנן מחלוקת בשל סיד אבל בשל טיט דברי הכל כדי שיפתח ויגוף ויגוב
4 Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans: Der Streit besteht nur über einen [Spund] aus Gips, bei einem aus Ton aber sind alle der Ansicht, [wenn er so lange abwesend ist,] als man [das Faß] entspunden, verspunden und [der Spund] trocknen kann.
ה מיתיבי ארשב"ג לחכמים והלא סתומו ניכר בין מלמעלה ובין מלמטה
5 Man wandte ein: R. Šimo͑n b.Gamliél sprach zu den Weisen: Der Verschluß ist ja sowohl oben als auch unten zu merken!
ו אי אמרת בשלמא בשל טיט מחלוקת היינו דקתני סתומו ניכר בין מלמעלה ובין מלמטה אלא אי אמרת בשל סיד מחלוקת בשלמא למטה ידיע אלא למעלה הא לא ידיע
6 Einleuchtend ist es nun, wenn du sagst, sie streiten über einen aus Ton, bei einem solchen ist der Verschluß sowohl oben als auch unten zu merken, wenn du aber sagst, sie streiten über einen aus Gips, so ist dies allerdings unten zu merken, oben aber nicht!? –
ז רבן שמעון בן גמליאל הוא דלא' ידע מאי קאמרי רבנן וה"ק להו אי בשל טיט קאמריתו סתומו ניכר בין מלמעלה ובין מלמטה ואי בשל סיד קאמריתו נהי דלמעלה לא ידיע למטה מיהא ידיע ורבנן כיון דמלמעלה לא ידיע לא מסיק אדעתיה דאפיך וחזי ליה אי נמי זימנין דחלים
7 R. Šimo͑n b. Gamliél hatte die Rabbanan nicht verstanden und sprach zu ihnen wie folgt: wenn ihr von einem aus Ton sprecht, so ist der Verschluß sowohl oben als auch unten zu merken, und wenn ihr von einem aus Gips sprecht, so ist dies allerdings oben nicht zu merken, wohl aber unten. – Und die Rabbanan!? – Da es oben nicht zu merken ist, so kommt man nicht darauf, [den Spund] umzukehren und nachzusehen. Oder aber, es kann vorkommen, daß er genau schließt.
ח אמר רבא הלכה כרשב"ג הואיל ותנן סתמא כוותיה
8 Raba sagte: Die Halakha ist wie R. Šimo͑n b. Gamliél, da eine anonyme Mišna übereinstimmend mit ihm lehrt:
ט דתנן היה אוכל על השולחן עמו והניח לגין על השולחן לגין על הדולבקי והניח ויצא מה שעל השולחן אסור מה שעל הדולבקי מותר ואם אמר לו הוי מזוג ושותה אף שעל הדולבקי אסור חביות פתוחות אסורות סתומות מותרות כדי שיפתח ויגוף ותיגוב
9 Wir haben nämlich gelernt: Wenn man mit ihm an einem Tische speist und eine Flasche auf den Tisch und eine Flasche auf dem Anrichtetisch stellt, ihn aber zurückläßt und hinausgeht, so ist, die sich auf dem Tische befindet, verboten, und die sich auf dem Anrichtetische befindet, erlaubt. Wenn er aber zu ihm gesagt hat, daß er sich den Wein selber mische und trinke, so ist auch die auf dem Anrichtetische befindliche verboten. Offene Fässer sind verboten, geschlossene sind erlaubt, es sei denn, daß er so lange [abwesend war], als man [das Faß] entspunden, verspunden und [der Spund] trocknen kann. –
י פשיטא מהו דתימא כולה רשב"ג קתני לה קמ"ל
10 Dies ist ja selbstverständlich!? – Man könnte glauben, das ganze gehöre noch zu [den Worten des] R. Šimo͑n b. Gamliél, so lehrt er uns. –
יא וכי מאחר דקיימא לן כוותיה דרשב"ג דלא חייש לשתומא והלכתא כוותיה דרבי אליעזר דלא חייש לזיופא האידנא מאי טעמא לא מותבינן חמרא ביד עובדי כוכבים משום שייכא
11 Wenn es nun feststeht, daß die Halakha wie R. Šimo͑n b. Gamliél ist, daß nämlich das Anbohren nicht zu befürchten ist, und wie R. Elie͑zer, daß nämlich eine Fälschung [des Siegels] nicht zu befürchten ist, weshalb lassen wir jetzt keinen Wein bei Nichtjuden zurück? – Wegen eines Spältchens.
יב אמר רבא זונה עובדת כוכבים וישראל מסובין אצלה חמרא שרי נהי דתקיף להו יצרא דעבירה
12 Raba sagte: Wenn Jisraéliten zusammen mit einer nichtjüdischen Hure bei Tische sitzen, so ist der Wein erlaubt, weil bei ihnen zwar der Reiz zur Sünde stark ist,